Ein neues Verfahren zur 3D Objektvermessung
Bisher ist es mit der Wundvermessungssoftware IMAGIS der ACD Elektronik möglich, eine zweidimensionale Wundvermessung durchzuführen. Durch eine Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob das Time of Flight Verfahren die optische Wundvermessung durch Tiefen- und Volumenberechnung revolutionieren kann.

Ich führte meine Technikerarbeit in der Softwareentwicklung der ACD Elektronik GmbH durch. Dabei sollte das für ACD noch unbekannte Lichtlaufzeitmessverfahren (Time of Flight) untersucht und durch eine Machbarkeitsstudie geklärt werden, ob ein Kameramodul, basierend auf dem Time of Flight Verfahren, seinen Einsatz in einem mobilen Datenerfassungsgerät der ACD finden kann.

Das Projekt bestand aus den folgenden wesentlichen Bestandteilen: Marktrecherche, Funktionsweise des Verfahrens, Integration des Kameramoduls in ein M215SE, aussagekräftiges Fazit zur Einsatzmöglichkeit bei ACD.

Bei der Vermessung von Objekten durch das Time of Flight Verfahren wird ein Infrarot-Lichtsignal ausgesendet. Die Zeit, die das Lichtsignal benötigt bis es durch die Reflektion wieder zurück gestrahlt wird, wird herangezogen, um zu berechnen wie weit das Objekt von der Kamera entfernt ist. Vorteil dieses Messverfahrens ist die hohe Geschwindigkeit, in der Tiefeninformationen für jeden einzelnen Pixel des Bildes geliefert werden, sowie die verhältnismäßig einfache Integration der Hardware, da nicht wie bei einem Stereokamerasystem die Komponenten millimetergenau zueinander positioniert werden müssen.

Während einer ersten Marktrecherche stellte sich heraus, dass es nicht viele Produkte auf dem Markt gibt, die unseren Anforderungen entsprechen: klein, günstig und aus Windows CE 6.0 heraus ansteuerbar.

Leider konnte das Kameramodul aufgrund der knappen Projektzeit vom MDE nicht angesteuert werden. Trotzdem wurden intensive Tests mit einem Evaluation Kit gemacht, bei dem sich herausstellte, dass sich das Verfahren sehr stark durch Umgebungseinflüsse wie Licht, Wärme oder auch Farbe beeinflussen lässt. Durch diese Erkenntnisse zeigte sich, dass dieses Verfahren aktuell noch nicht für den geplanten Einsatz zur dreidimensionalen Wundvermessung bei ACD geeignet ist.

Ich bedanke mich bei der Firma ACD Elektronik herzlich, dass ich meine Technikerarbeit im Betrieb durchführen konnte. Ein weiterer großer Dank gilt an alle, die mich durch Tipps und Zuarbeit unterstützt haben.

Daniel Enderle